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Firstroundkill: Yara Linss / Peter Fulda
Datum:
Son, 04/10/2009 20:00
Veranstaltungsort:
Hubertussaal
Eintritt:
18 Euro (Schüler, Studenten erm. 12 Euro / Mitgl. des Nürnberger Jazzmusiker e.V. 9 Euro)
präsentiert
Firstroundkill: Yara Linss / Peter Fulda (Premiere)
Yara Linss - Stimme
Peter Fulda - Piano
Joachim Lenhardt - Saxofon
Andreas Blüml - Gitarre
Alex Bayer - Bass
Werner Treiber - Schlagzeug
Was passiert, wenn ein Sonnenstrahl abtaucht ins Dämmerlicht?
Tiefer – weiter – bis Lichtreflexe im Herzland der Dunkelheit landen, ungebetene Träume erhellen, rauschende Bilderfluten tief aus dem Untergrund? Dann trifft Leichtigkeit auf Schwere, Übermut auf Melancholie, Leuchtkraft auf Tiefenschärfe.
Dann tanzen auch die musikalischen Verhältnisse plötzlich Samba und zwei gegensätzliche Naturen stellen unsere Welt gemeinsam auf den Kopf.
Yara Linss & Peter Fulda heißen die beiden Gegenpole, die für und auf „Stimmenfang“ nun erstmals miteinander zu hören sind. Die junge Deutsch-Brasilianerin mit ihrer federleichten, biegsamen Bossa Nova-Stimme kennt man bereits vom vergangenen Festival. Dort musste sie als Newcomerin in der Tafelhalle kurzfristig den eigentlichen Star des Abends vertreten – die erkrankte Portugiesin Maria João. Und wurde vom Publikum sofort spontan gefeiert.
Weitere Auftritte folgten: Bei der letzten Kulturpreisverleihung wurde Yara Linss und ihre frische Bühnenpräsenz mit einem Nürnberg-Stipendium gewürdigt; sie gewann den Bruno-Rother-Wettbewerb der Musikhochschule Nürnberg und fährt als herausragendes Talent beim bayernweiten „Creole“-Casting demnächst zur Endausscheidung nach Berlin.
Firstroundkill
Die in São Paulo geborene, in Ulm aufgewachsene und über die Niederlande an ihren Studienort Nürnberg gelangte Sängerin fasziniert nicht nur mit ihrer Vielsprachigkeit. Ihre Scats kullern punktgenau, die Melodielinien schweben wie Schönwetterwolken über Textzeilen in drei verschiedenen Sprachen, die ernster klingen, als der lichte Atmosphärenzauber zunächst glauben macht.
Ein Gedicht von Kurt Schwitters oder Dorothy Parker ist genauso ausdrücklich erwünscht wie selbst geschriebene Textzeilen über Selbstgefühl und Selbstverlust.
Der in Fürth lebende und vielfach ausgezeichnete Pianist und Komponist Peter Fulda ist der ideale Bühnenpartner für diese taufrischen Lyrikvertonungen und die unerwartet dunkel grundierte Klangpoesie. Romantik ist für ihn mehr als ein Stil – eine Vorliebe für düstere Stoffe, für das Abgründige, für fantastische Nebenstrecken, die rührende Schönheit des Schrecklichen und vor allem für spannungsreiche Akkorde und spannende Musik.
Seine Stücke beleben die sogenannte Neue Musik – mischen Modern Jazz mit Elementen aus der sogenannten Klassik - bearbeiten Schnipsel aus Horror-Soundtracks und wirken dabei intensiv, atmosphärisch, mal schwarz-blau und luftig, wie in dichten Nebel getaucht, oder zu harten Konturen geronnen.
An der Seite von Yara Linss spielt der eigensinnige Pianist nun so wunderbar entspannt, wie man ihn lange nicht mehr gehört hat – vielleicht wie zuletzt beim Doppel-Flügelschlag mit Michael Wollny, den er seit der Studienzeit beim Würzburger Pianisten Chris Beier gut kennt.
Ein Nachtflug mit Herzklopfen und ohne Landebahn: „firstroundkill“ heißt die neue Band mit Sängerin Yara Linss und Peter Fulda am Flügel. Zusammen mit erstklassigen Musikern - Gitarrist Andreas Blüml, Joachim Lenhardt am Saxophon, Alex Bayer am Bass und Werner Treiber am Schlagzeug - gewinnt die helle, bewegliche Bossa Nova-Stimme der jungen Bandleaderin Yara Linss neues Gewicht, erkundet Schattenseiten und Kältezonen, leuchtet aus, was sonst verborgen bleibt.
(Text: Anja Barckhausen)
Links zu Yara Linss:
Links zu Peter Fulda:









