Shoot the Moon

DruckversionEinem Freund senden
Datum: 
Sam, 03/10/2009 22:30
Veranstaltungsort: 
Jazzstudio
Eintritt: 
EUR 18 (Schüler / Studenten erm. EUR 12)

 

 

präsentiert

 

 

 

Almut Schlichting - Saxophon, Komposition

Winnie Brückner - Stimme

Sabine Ercklentz - Trompete

Tobias Dettbarn - Bassklarinette

Sven Hinse - Kontrabass

Rudi Fischerlehner - Schlagzeug

 

In ihrem Streben nach großen Zielen, die für manche Künstler fern wie der Mond sind, sind Shoot the Moon schon erfolgreich gewesen: „Wir können klingen wie eine Indie-Rockband, wie Free Jazz oder wie eine staubige Hochzeitskapelle. Wir haben zu sechst orchestrale Kraft, können aber auch in fast kammermusikalische Duo- und Triobesetzungen zerfallen.“ Das klingt selbstbewusst – und die angesprochenen Fähigkeiten kann das Berliner Sextett um Sängerin Winnie Brückner und Almut Schlichting (Saxophon und Komposition) mit jedem Song entfalten. So beginnen manche Stücke wie ein Polka- oder Klezmer-infizierter Chanson, um dann – beinahe unbemerkt – in freies quietschendes Spiel überzugehen, und danach wieder ganz woanders zu landen. Die Pressestimmen lassen dabei nicht unberechtigt Namen wie Ornette Coleman und Tom Waits (man höre z.B. Waits’ Album „The Black Rider“ – mit dem bitter-süßer Walzer „I’ll shoot the Moon“) fallen. Vielleicht lässt sich hier noch Albert Ayler als Inspirationsquelle anführen, der wie kein anderer Marchingband-Töne und Folksongs in den Freejazz überführte. Doch ganz so „far out“ sind Shoot the Moon sicherlich nicht. Bewusst beschreiben sie sich als eine Gruppe, die zeitgenössischen urbanen Jazz spielt, der auch keine Berührungsängste mit Pop- und Vaudevillemusik kennt. Dazu reist Winnie Brückner auf eine Unterwasserbühne oder lässt dem Zuhörer gesprochene Informationen über Insekten zukommen. Shoot the Moon präsentieren sich mit einem gesunden Maß an Verrücktheit und klingen bunt und vielfältig wie die Radiomitschnitte, die Almut Schlichting als Kind aufgenommen hat.

Shoot the Moon haben schon in den ersten Jahren ihres Bestehens den Studiowettbewerb des Berliner Senats für Wissenschaft, Forschung und Kultur gewinnen können. 2006 erschien ihr Debütalbum „Treasure Island“. Anfang 2009 wurde das zweite Werk „Glory and Decay“ veröffentlicht, das im laufenden Jahr von einer umfangreichen Club- und Festivaltour begleitet wird. Vielleicht auch in Nürnberg die passende musikalische Untermalung, um zum „Krisenjahr“ zu tanzen.

 

(Text: Benjamin Jungert)

 

 

Hörbeispiele auf Myspace:

http://www.myspace.com/shootthemoonberlin

 

Link zu Almut Schlichting / Shoot the Moon:

http://www.almutschlichting.de

http://www.jazzdimensions.de/interviews/szene_berlin/2008/almut_schlicht...

http://www.sonic.de/design2/artikel/musiker/Schlichting.php

http://www.rondomagazin.de/kritiken.php?kritiken_id=6396