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Newsflash
Aktuell beim Stimmenfang Festival 2007:
Spektakultär stürzt der Soundwall ein (AZ, 10.10.05)
Erfolg fürs Festival "Stimmenfang": Finale mit Slettahjell

"Dass Solveig Slettahjell ihren umjubelten Auftritt in der proppenvollen Dreieinigkeitskirche erst nach drei Zugaben beenden durfte, ist bezeichnend: Alle Konzerte waren gut besucht, viele ausverkauf - es hat sich ausgezahlt, den Fokus auf die Stimmen Skandinaviens zu legen. Mit der Norwegerin Slettahjell und ihrer Band (...) erlebte Nürnberg einen letzten Höhepunkt jener Innovationskraft aus dem Norden, die für "Stimmenfang" typisch war. (...) Alle Beteiligten kommen immer als Band daher, nie als Zusammenkunft guter Solisten, die sie zweifelsohne wären.
Deutlich wurde dies am Höhepunkt, dem verzauberten "Nobody´s fault but mine": Mit stoischem Vierviertel errichten die Fünf über Minuten einen verzweifelten Soundwall, den sie spaktakulär einstürzen lassen. (...)"
Das Scheitern und die Liebe (NZ, 10.10.05)
„Stimmenfang“-Festival: Das Scheitern und die Liebe
 
"War Hamlet nicht ein dänischer Prinz? Unter Shakespeare macht es die junge Kristina Tuomi, die deutsche Finnin aus Berlin, offenbar nicht. Und dessen Sonette haben im sehr gut besuchten Karstadt Kulturcafé direkt auf die Lyrik-Fälle aus dem Hause Edgar Alan Poes zu folgen.   ( ..)  die Songs, von Tuomi mehr gehaucht als gesungen — und mehr Kunstlied als Jazzballade — entfalten dank Carlos Bicas sonorem wie insistierendem Basston Magie und Suggestivkraft. Das Trio um die Nachwuchssängerin präsentiert dunkle Nocturnes in intimen Arrangements, kammermusikalisch raffiniert und so reduziert, dass die Feingliedrigkeit der Nachtseiten durch die verführerische Melancholie von Kristina Tuomi fast überstrahlt wird.

(...) extrovertierter und auf ihre Art natürlich-mitreißend ist da im Vergleich Susi Hyldgaard. (..) Schlechtes Bühnenoutfit, schlechte Ehen oder schlechte Werbung. Das sind ihre Themen, die sie mit hinreißender Ironie mit ihrem unkompletten Trio thematisiert. (...) Susi Hyldgaard besingt die Kunst des Scheiterns als Hymne auf die Liebe und das Leben - und empfiehlt sich für das Bardentreffen."
Die pure Lust an der Langsamkeit (NN, 10.10.05)
Erfolgreiche Bilanz: In Nürnberg ging das erste „Stimmenfang“-Festival zu Ende   

 „Außergewöhnliche Resonanz auf ein außergewöhnliches Programm: Nach insgesamt elf Festivaltagen endete das neue Nürnberger „Stimmenfang“-Festival mit einer Erfolgsbilanz der Veranstalter.
Der erstmalige Zusammenschluss verschiedener Jazzinitiativen hinterließ nach sechzehn gut besuchten und teils ausgebuchten Konzerten mit lokalen wie skandinavischen Sängerinnen und Jazzmusikern zufriedene Veranstalter und Kooperationspartner sowie ein angeregtes Publikum. (…)
Ein Festival der Elegien - so umschrieb ein fachkundiger Besucher treffend den meist zwischen Kammermusik und Kunstlied, Chanson und Nordischem Folk, Cool-Jazz und Noise-Pop schwebenden Vokal-Jazz aus Skandinavien. Am konsequentesten verfolgt dies die junge Norwegerin Solveig Slettahjell. (…) Während die Stimme ihr Hohelied der Liebe anstimmt, erinnert die Band sanft und beharrlich im Hintergrund an die Realität - elektronische Störfelder, Einwände und Gegenbeweise werden unablässig gestreut. Und doch stehen die Melodien unangreifbar im Raum, zunächst ganz leise wie eine ferne Erinnerung, dann gewaltig und strahlend. Was sich zunächst gebremst anhört und herausfordert mit seiner Lust an der Langsamkeit, entlädt sich in einer gemeinsamen Ergriffenheit, die überschwappt auf das Publikum wie vielleicht zu Zeiten noch nicht kommerzialisierter Gospelmusik. (…)
Ungewöhnliches bot der Auftritt des deutschen Nachwuchs-Trios „Böhm - Halle - Sell“ im neuen N-Ergie-Haus am Plärrer. Die kühle, luftige Raumatmosphäre passte stimmig zur Videoinstallation von „Jazzcuisine“-Macher Thomas Fuchs, den weiträumigen Trompeten-Soli des Norwegers Gunnar Halle und der elektronischen Geräuschkulisse von Rainer Sell - das alles im sparsamen Dialog mit dem Mannheimer Pianisten Rainer Böhm, der seit seinem Jazzpreis der Nürnberger Nachrichten nun spannende neue Wege geht.
Auch die lokale Jazzszene profitierte vom „Stimmenfang“. Gängige Spielorte wie das „Loft“ und das Jazzstudio waren bei den Konzerten gut besucht, ob bei dem Pianisten Dieter Köhnlein, Drummer Yogo Pausch mit seinem Abba-Projekt, der „On Cue Bigband“ mit Silke Straub und Kathrin Kohlmann oder „Saxophon-Mafioso“ Steffen Schorn.
Der „Stimmenfang“ erwies sich als viel versprechender Neuanfang für den Festival-Jazz in Nürnberg, der mit Jazz Ost West zuletzt mit schleichendem Hörerschwund zu kämpfen hatte."

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