So.Weiss
29.09.2007 - 22:30 | Jazzstudio | 15,00 / 10,00 - zzgl. VVK-Gebühr | Jetzt Karten sichern
Romance & Revolution - Poetische Lied-Flaschenpost von der Nachtseite der Liebe
Der Bandname So.Weiss (“So White”) verweist auf eine Schlüsselzeile im dramatischen Dialog zwischen Lady Macbeth und Macbeth - just nachdem letzterer den Königsmord verübt hat und seine skrupellose Gattin ihn von schlechtem Gewissen reinwaschen will. Eine symbolische Szene für eben jenes Wechselspiel von Licht und Schatten, klarem Verstand und dunklem Verbrechen also, das im Verlauf ihrer Debüt-CD „Hunter/Dancer“ einen Bogen von Skandinavien über das alte England ins junge Berlin schlägt – und wieder zurück.

So.Weiss arbeiten in ungewöhnlicher Trio-Besetzung: Die 29-jährige Saxophonistin Susanne Folk, gebürtige Braunschweigerin, heute Berlinerin, setzt als Gründerin und alleinige Komponistin des Dreiergespanns auf den Zusammenklang von Saxophon (im Wechsel mit Klarinette), Stimme (STIMMENFANG-Wiedergängerin Kristiina Tuomi) und Kontrabass (Roland Fidezius).
Das reduzierte Klangbild von So.Weiss ist der Rahmen einer Musik, die streng durchkomponierte Harmonie-Passagen mit improvisierten Soli auf kunstvolle Weise vereint. Dabei entsteht eine feinsinnige Musik, die im ihrem Wesen nach tief melancholisch ist, aber gleichzeitig hell und klar -und zumeist eingängige, zarte Liedformen verwendet.
Das Faible für die Dichter der englischsprachigen Klassik und Romantik darf man dem Leser als Leitfaden durch diese poetischen Labyrinthe an die Hand geben: So wurden Dichter-Persönlichkeiten wie der auch z.B. von Van Morrison bevorzugte John Keats und der heldenhafte Lord Byron neben Shakespeare zur Vertonung ausgewählt. Rein und transparent, teils mit der Sanglichkeit eines Volksliedes hat Susanne Folk den poetischen Stil der Briten aufgefangen. Doch findet sich auch ganz aktuelle deutsche Gegenwarts-Lyrik vertont: Die Dichterin Monika Rinck aus Berlin steuerte zwei ihrer Gedichte bei, darunter "fließende weiße Winterzeilen" - ideal für Kristiina Tuomis Timbre. Auch Susanne Folk selbst hat präzise Verse über das Gedränge in der U-Bahn verfasst.
So.Weiss erweist sich über die ganze Strecke als dynamisches Klangdreieck: Folks energetisches Saxophon und ihre klangvolle Klarinette sowie Fidezius´ tiefe Bass-Stimme, mal mit fettem Strich, mal rasant gezupft, stehen immer im intimen Zwiegespräch mit Kristiina Tuomis Stimme, verwandeln sich dann und wann zu freieren Paraphrasen, münden in prägnante improvisatorische Parts, kehren schließlich zurück zum Grundmotiv des Liedes, immer im Dienste der dichterischen Botschaft.
Besetzung
Susanne Folk - Saxophon, Klarinette
Kristiina Tuomi - Gesang
Roland Fidezius - Bass















