Die Presse über das Stimmenfang-Festival

Nürnberger Nachrichten 02.10.07

Musikalischer Hexentanz zwischen Horror und Romantik

Undogmatisch und risikofreudig: Michael Wollny erhält den «Internationalen Jazz-Preis der Nürnberger Nachrichten«

Der junge Pianist und Komponist Michael Wollny erhält den diesjährigen, mit 5000 Euro dotierten « Internationalen Jazz-Preis der Nürnberger Nachrichten« (wir berichteten). Die Auszeichnung wird ihm im Rahmen des «Stimmenfang«-Festivals am 7. Oktober in der Tafelhalle verliehen.

Lesen Sie hier den kompletten Artikel - Nürnberger Nachrichten - 02.10.07:
http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=706717&kat=48&man=3

 

Nürnberger Nachrichten 01.10.07

Soulmusik aus Spanien
Laura López Castro singt beim «Stimmenfang»

Lesen Sie hier den Vorbericht über Laura López Castro und das Podium
http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=706042&kat=48

 

Nürnberger Nachrichten 01.10.07

Reise in das abgründige Reich der Mythen
Altmeister und Newcomer überzeugten beim Nürnberger Stimmenfang-Festival

Jazz-Poesie zwischen Orient und Okzident, die kindliche Spielfreude von Triband aus Karlsruhe und der herausragende Kammerjazz von Norma Winstone waren am Wochenende die Höhepunkte beim Nürnberger Stimmenfang-Festival.

http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=705598&kat=48&man=3

 

Nürnberger Zeitung 01.10.07

Verzauberte Jazzballaden

Musikalische «Dreiecksgespräche» hatte das Programm für das «Stimmenfang»-Konzert mit der englischen Jazz-Diva Norma Winstone angekündigt. Das war leicht untertrieben. Schließlich zeigte der Auftritt am Wochenende in der gut besuchten Tafelhalle viele Momente rhetorischer Brillanz, die schier sprachlos machen konnten.

http://www.nz-online.de/artikel.asp?art=706089&kat=317

 

Nürnberger Zeitung 29.09.07

Auftakt des «Stimmenfang»-Festivals
Songs wie eine sanfte Sommerbrise

Mit einer Begegnung der besonderen Art startete die zweite Auflage des Stimmenfang-Festivals am Donnerstagabend in der Nürnberger Dreieinigkeitskirche.

http://www.nz-online.de/artikel.asp?art=705515&kat=317

 

Nürnberger Nachrichten 29.09.07

Zwischen Broadway-Glanz und Blues-Klassikern
Solides Sortiment: Auftakt des Nürnberger Stimmenfang-Festivals mit der britischen Sängerin Jacqui Dankworth

... hier der gesamte Artikel: http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=704899&kat=48&man=3

 

Nürnberger Nachrichten 27.09.07

Junge Frauen und eine erfahrene Lady
Drei Nürnberger Sängerinnen treffen bei «Stimmenfang» auf Jazz-Star Norma Winstone

Gegensätze ziehen sich an: Drei junge Nachwuchssängerinnen aus Nürnberg treffen im aktuellen Programm des zweiten Stimmenfang-Festivals auf die 66-jährige britische Jazzpionierin Norma Winstone.

Lesen Sie hier den Artikel in den Nürnberger Nachrichten vom 27.09.07:
http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=704170&kat=48

 

Lottaleben.net

"DIE AUFJAZZER"
Jazz Spezial: Junge Wilde mischen auf
Alle Städte - Wie junge Shooting Stars den Jazz hart rannehmen: Ihre Musik ist Rebellion und pure Lust statt Big-Band-Tanztee oder abstrakte Kunst. Entdeckungen, pünktlich zum Festival Stimmenfang.

von Vanessa Plodeck

http://www.lottaleben.net/?article_id=931223

 

Sonntagsblitz 23.09.07

Starke Frauen singen romantisch
Jazz-Festival «Stimmenfang» startet am kommenden Donnerstag mit Jacqui Dankworth

Lesen Sie hier den Artikel im Sonntagsblitz vom 23.09.07 über den Stimmenfangstar Jacqui Dankworth und viele andere Stimmenfang-Stars:

http://www.sonntagsblitz.de/artikel.asp?art=702127&kat=236

 

Nürnberger Nachrichten 21.09.07

Romantik-Geschichten aus dem Herzland
Eine Plattform für weibliche Entdeckungen: Das Stimmenfang-Festival in Nürnberg

Lesen Sie hier den heutigen Vorbericht über STIMMENFANG von Anja Barckhausen in den NÜRNBERGER NACHRICHTEN:

http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=701019&kat=48

 

Abendzeitung 19.09.07

Autor: Andreas Radlmaier

Nerv für die Romantik
„Stimmenfang"-Festival liegt gut im Trend - 18 Konzerte

„Gesungene Geschichten aus dem Herzland" stehen im Mittelpunkt des Nürnberger „Stimmenfang-Festivals, das - vom 27. September - 7.Oktober - wiederum ausgesprochen weiblich daherkommt und offenbar einen Nerv getroffen hat: 3sat und ZDF berichten, der Bayerische Rundfunk schneidet an fünf Abenden mit.

Die britischen Jazz-Ladies Norma Winstone und Jacqui Dankworth, Laura López Castro und Sandie Wollasch mit „Triband" (siehe AZ-Interview von gestern), die Portugiesin Maria Joao, Elisabeth Kontomanou, Frankreichs Sängerin Nr.1, stehen für das Motto „Romance & Soul", das nach Aussage von Programmmacher Reinhold Horn nicht die „Sentimental Mood" des Swing beschwört, sondern in 18 Konzerten „abgründige Liebesgeschichten von heute" liefern möchte. Im Generationenquerschnitt.

„Stimmenfang" baut, nach der Abwicklung von „Jazz Ost-West", auf der Ideenbasis der „Gostenhofer Jazztage", den Festivalgedanken flächendeckend aus - von der Tafelhalle zur Dreieinigkeitskirche, von Karstadt bis zur Datev.

Und betont die Innovationskraft der hiesigen Szene: Die Nürnbergerin Sabine Müller mit „Seide" gehört genauso dazu wie Yara Linss und „Klangbezirk".

Pianist Michael Wollny, der Würzburger mit Einsatz bei den Nürnberger „Sekretärinnen", ist Beispiel für die Aufschwungkraft: Er bekommt den „Internationalen Jazzpreis der Nürnberger Nachrichten" - und spielt am 7.Oktober in der Tafelhalle. Höchste Zeit „Strukturen" einzufordern, findet Horn, um „Musiker und Macher in der Stadt zu halten". Eine Podiumsrunde am 1.Oktober im Derag-Hotel (18 Uhr) will darüber diskutieren.

 

Abendzeitung 18.09.07
Kultur S.8

Die reine Lehre ist Musik!
Triband macht Pop-Jazz der Stunde – Gast bei „Stimmenfang"

Wir vier wissen, was wir da für einen Schatz haben", sagt Sebastian Studnitzky über Triband. Einem Quartett, das seinem Anfang als Trio seinen Namen schuldet und gerade mit außergewöhnlichem Pop-Jazz für Aufsehen sorgt. Soeben mit einem Preis der Deutschen Konzertveranstalter (10 000 Euro) ausgezeichnet, stellt Triband sein neues Album am 28. September (22:30 Uhr) beim „Stimmenfang"-Festival im Nürnberger Jazzstudio vor. Wir sprachen mit Sebastian Studnitzky, der auf eine Karriere mit Rebekka Bakken, Mezzoforte, Nils Landgren und Wolfgang Haffner zurückblickt.

AZ: Herr Studnitzky, wie kommt man an den Konzertpreis des Verbandes der deutschen Konzertdirektionen?

Sebastian Studnitzky: Das wussten wir bis vor einer Woche auch nicht. Der Verband vergibt wechselweise in der U- und E-Musik diesen gut ausstaffierten Preis. Und uns hat Karsten Jahnke, der bekannte Hamburger Konzertveranstalter, vorgeschlagen. Das ist eine große Auszeichnung und öffnet uns gerade extrem viele Türen und Tore.

Ist die Sängerin Sandie Wollasch bei der gegenwärtigen Lust auf weibliche Stimmen der Schlüssel zum Erfolg?

Das ist unabhängig davon. Klar, dadurch dass wir Songs zwischen Jazz und Pop machen, haben wir ein weitaus größeres Zielpublikum wie vier Bass-Klarinettisten, die Free Jazz spielen.

Die Mittel des Pop sind ja bewusst gewählt. Sie haben keine Berührungsängste?

Zweiteres ist richtig. Bewusst gewählt kann man so nicht sagen, denn wir machen, was die Musik von uns verlangt.

Befindet sich der neue Jazz, der den Schrecken früherer Tage verloren hat, auf dem Sprung aus der Nische.

Auf jeden Fall. Wir merken das im Kleinen wie im Großen. Im Großen, daran, dass es in Deutschland nun Strukturen gibt, die mit dem Pop zu vergleichen sind. Im Kleinen ist Nürnberg ein Super-Beispiel. Es gab früher viele Spielorte, die verkopfte Jazz-Clubs waren, wo das Publikum immer kleiner und spezieller wurde. Dann gab’s im Verein einen Strukturwandel und jüngere Leute machten das Booking. Das Programm wurde offener und neues Publikum erschlossen.

Ist Triband also Verrat an der reinen Lehre?

Das ist völliger Quatsch! Die reine Lehre ist Musik. Für mich als Musiker ist diese Diskussion völlig uninteressant. Ich spiele lieber mit einer guten Pop-Band als mit einer schlechten Jazz-Band. Und lieber mit einer guten Jazz-Band als mit einer schlechten Pop-Band. Hier entsteht etwas, und das tut der Szene gut.

Ihre Einflüsse reichen von Miles Davis bis TripHop. Das Spannungsfeld, in dem Sie sich bewegen wollen?

Ich mache mir da eigentlich wenig Gedanken. Ich mache Musik, weil’s mir Spaß macht. Vor ein paar Jahren habe ich lange Zeit Bach geübt. Und da habe ich mir nicht überlegt, ob das in ein Konzept passt.

Wie würden Sie denn einem Außenstehenden den Sound von Triband erklären?

Puuh, das ist immer eine schwierige Geschichte. Ich würde unsere Vorgehensweise so beschreiben: Vier Typen, die in verschiedenen Stilen unterwegs sind, gemeinsam Songs schreiben und sich dabei aller Einflüsse bedienen.

Da taucht auch eine Dorfkirchenorgel auf. Es geht also auch ums Spielerische?

Wir stehen auf spezielle Sounds. Alte Instrumente haben eben so ein Leben, auf das wir Wert legen. Wir bedienen uns nicht irgendwelcher Samples, die auf tausend anderen Platten drauf sind. Wir versuchen die speziellen Emotionen anzufangen, wie wir sie in dem Moment fühlen.

Der Stücktitel „Chamäleon Mond" passt also ganz gut zum gesamten Klangbild?

Stimmt eigentlich

Sie verteilen ja gerne öffentlich Lob und Tadel: Richtig Freunde macht man sich aber nicht, wenn man die Plattenindustrie, Musikkritiker und Amerikas Russlandpolitik beschimpft, oder?

(Lacht). Ich finde es wichtig, ein Statement abzugeben. Ich sage ja auch, was ich ganz toll finde. Aber nehmen wir die Plattenindustrie: Wir haben gesagt, wir wollen diese ganze Lass-uns-mal-auf-Deutsch-machen-Gedöns nicht. Das kommunizieren wir auch ganz frech und offen.

Kann man mit so einer Art von Musik populär werden in Deutschland?

Auf jeden Fall. Und auch international. Wir haben das echt vor. (Lacht.) Und wir haben das Potential auf einer Festivalbühne die Menschen zu rocken.

Andreas Radlmaier

AZ-Interview mit Sebastian Studnitzky
Der Pianist und Trompeter (Sebastian Studnitzky) (34) aus dem badischen Birkenfeld macht von Berlin aus Karriere, u.a. mit Rebekka Bakken, Nils Landgren und der Band Triband

Bildunterschrift: Reisen als Lust wie aus vergangenen Farbfoto-Tagen: Triband um Sandie Wollasch und Sebastian Studnitzky (re.) ist auf dem „Trip" nach Nürnberg

 

Nürnberger Zeitung, 19.09.07

"Herren müssen draußen bleiben"-
Lesen Sie hier mehr über die LADIES IN JAZZ beim Stimmenfang-Festival (Bericht von Thomas Susehmihl):
http://www.nz-online.de/artikel.asp?art=700382&kat=317

 

Nürnberger Zeitung, 17.09.07

Die NÜRNBERGER ZEITUNG stimmt in der heutigen Ausgabe ein auf das STIMMENFANG-Festival.

http://www.nz-online.de/artikel.asp?art=699265&kat=317

Abendzeitung, 13.9.07

In: KULTUR KOMPAKT

Jazzpreis für Triband

REMHAGEN Die Band Triband hat den mit 10 000 Euro dotierten Musikpreis des Verbandes der deutschen Konzert direktoren erhalten. Die „hochklassigen“ Songs seien „originelle und interessante Arrangements zwischen Jazz, Pop und Dance“, so die Begründung der Jury.
Triband ist Gast des Nürnberger „Stimmenfang“-Festivals und spielt am 28. September im Jazzstudio

Jazzthing Sep/Okt 07, S. 16, Rubrik: Intro

Laura López Castro y Don Philippe
Melancholie des Glücks

Zwei Musiker setzen auf die Melancholie, um glücklich zu sein. „Laura López Castro Y Don Philippe Inventan El Ser Feliz“ (Four Music/Sony BMG) heißt die neue, die zweite Platte der Sängerin Laura López Castro und des Gitarristen Philippe Kayser alias Don Philippe. Und dieses „Erfinden des Glücklichseins“ im Albumtitel ist eigentlich nur eine Klarstellung. „Die Leute haben uns immer gefragt, warum wir eine so melancholische Musik machen. Wir seien doch gar nicht so traurige Menschen. Da haben wir uns falsch verstanden gefühlt. Denn für uns ist diese Melancholische Musik unser Mittel zum Glücklichsein“, klärt Don Philippe auf. „Wir haben es auch aufgegeben, irgendetwas Lustiges zu schreiben. Einfach, weil es nicht in unserer Natur liegt. Bei uns kommt eben immer was Schwermütiges heraus“, fügt Laura López Castro, im Schwabenland aufgewachsene Tochter spanischer Eltern, hinzu. Das wäre also geklärt. Und wer sich in Ruhe die elf Stücke der neuen Produktion anhört, wird verstehen, dass Melancholie nicht zwangsläufig Traurigkeit bedeutet. Denn Stimme und Gitarre als völlig ausreichendes und tragendes ‚Fundament, angereichert mit gelegentlichen Zutaten wie Streichern, Trompete oder Kontrabass, erzählen in einem ruhigen Fluss poetische Geschichten in spanischer Sprache über alle Farben der Liebe. Und die müssen nicht zwangsläufig ein Gefühlschaos zwischen Mann und Frau enthalten, wie Laura López Castro aufdeckt. „Sie handeln auch von der Liebe zu den Eltern und Freunden. Letztes Jahr war ein sehr lehrreiches und emotionales Jahr für mich, es sind viele Sachen passiert. Und es geht auch um meine Hassliebe zu Berlin.“ Denn so leicht sei das Musikerleben in Berlin nicht, betonen die zwei, die vor zweieinhalb Jahren von Stuttgart in die Hauptstadt gezogen sind. In welchem Genre tummelt man sich denn mit der eigenen Musik? „Wir haben Bossa-Nova-Stücke nachgespielt, bis wir selbst Songs schrieben. Deswegen hat man uns nach unserer ersten Platte auch gleich in das Fach Bossa Nova und wegen der Stimmung auch ins Fach Fado gesteckt, was aber beides so nicht zutrifft. Ich würde unsere Musik als südamerikanisches Singer/Songwriting bezeichnen“, mein „Freundeskreis“-Mitglied und Produzent Don Philippe . Wie man die schwermütigen, aber nie schwerfälligen Klangbilder dieses kongenialen Duos nun auch nennt – sie können tatsächlich glücklich machen beim Hören.
Text: Christoph Giese

Nürnberger Nachrichten, 12. September 2007

Das Nürnberger Jazzstudio startet in die neue Saison
Vielseitiges Konzertprogramm

Lesen Sie hier mehr:
http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=696867&kat=48&man=3

Jazzthetik September 21. Jahr Ausgabe 208

Seite 4 „Megaphone 178“
Alles spielt in Berlin? Keineswegs. Unsereins nimmt sich die Landkarte vor, guckt und findet Nürnberg und STIMMENFANG, ein Festival das vom 27.9. bis zum 7.10.2007 stattfindet und in dessen Rahmen Maria Joao, Norma Winstone, Jacqui Dankworth, Cyminology und Juliet Kelly auftreten. Im Zentrum des Festivals stehen gesungene Geschichten aus dem Land des Herzens – ob mit klugem Abstand erzählt in der Songwriter-Tradition des Folk oder genießerisch ausgebreitet im Soul. „One more time“ werden Frauen im Jazz, Songschreiberinnen und Sängerinnen, kurz: Vokalistinnen mit Bandleaderqualitäten das Festival prägen. Und Männer dürfen da auch hin! www.stimmenfang.de

Triband waren einmal STIMMENFANG-Stars. Jetzt erhalten sie den mit 10:000 Euro dotierten Musikpreis des Verbandes der Deutschen Konzertdirektionen (VDKD) 2007! Tourtermine: www.herzogrecords.com

Seite 6 «Megaphone 178»
Ihm gelinge die «Quadratur des Kreises», heißt es in der Urteilsbegründung, und gewonnen hat nicht etwa ein Mathematiker, sondern ein Pianist: Der Kreisquadrateur heißt Michael Wollny und erhielt den Jazzpreis der Nürnberger Nachrichten 2007. Das Preisträger-Konzert bestreitet Wollny mit seinem Trio [em] im Rahmen des STIMMENFANG-Festivals am Sonntag, dem 7.Oktober, um 20 Uhr in der Tafelhalle zu Nürnberg.

Juliet Kelly
Der Bass macht die Stimmung

Viele Wege führen ins Jazzlabyrinth – kurze und gerade, verschlungene und verborgene. Das lässt auf spannende Momente hoffen, wenn es sich um eine taufrische Frauenstimme dreht. Bei Juliet Kelly liegt der Schlüssel zu ihrer noch gar nicht so langen Jazzbiographie allerdings mehr im ungeschminkten Zufallsprinzip verborgen.

Von Anja Barckhausen

Für die junge Londoner Quereinsteigerin und Senkrechtstarterin stellte eine pure Zufallsbekanntschaft das bisherige Leben ziemlich auf den Kopf. „Eigentlich wollte ich ja Bassgitarre lernen – in einem Abend-Workshop“, erzählt Juliet und kann heute herzlich darüber lachen. „Ich liebe nämlich die Bassgitarre, den speziellen Sound, das Spiel mit der Rhythmik. Aber das hat nicht geklappt. Deshalb hab ich mich für etwas anderes, für etwas Praktisches entschieden – Singen schien mir am einfachsten, denn da brauchte ich kein Instrument. Und die einzige Gesangsklasse, die es dort gab, war die für Jazzgesang. Denn einfach so mein Geld zurück, das wollte ich ja schließlich auch nicht!“

Bis dorthin hatte sich die junge Londoner Wirtschaftsstudentin keine Spur interessiert für den Jazz und Ella Fitzgerald war eine historische Randfigur. „Ich hab damals halt so gehört, was im Pop grad angesagt war“, sagt Juliet und lacht wieder. Ihr Humor wirkt erfrischend echt. Man fühlt sich wohl mit ihrer dunklen, die Emotionsleiter hinauf – und hinablaufende Stimme, die nicht perfekt sein will. „Und dann hat es mich dort im Kurs recht schnell erwischt. Ich mochte diese Songs, die spezielle Art, Geschichten zu erzählen, den ganz speziellen Flow. Und vor allem mochte ich es auch, zu singen. Auch auf der Bühne. Ich war kein bisschen nervös da oben, obwohl ich vorher dachte, ich werde keinen einzigen Ton rausbringen. Nein, es war absolut großartig. Es hat sich toll angefühlt. Einfach richtig! Ich bekam schließlich sogar einen echten Auftritt – mit dem Gitarristen meiner Gesangslehrerin. Auf einmal war ich genau am richtigen Platz angekommen, und ich dachte mir: Wow, wenn du damit auch noch Geld verdienen könntest, warum tust du es dann nicht?“

Ganz so einfach war es dann natürlich nicht. Auch wenn Juliet heute über viele kleine, vermutlich anstrengende Gigs und Jobs nicht spricht. „Es war eine Mischung aus etwas Glück und sehr viel harter Arbeit“, sagt sie und klingt auf einmal ernst. Dort liegt ein weniger sonniger Raum. Hier ist beispielsweise auch die Kindheit archiviert. „Ich komme aus einem sehr religiösen Elternhaus. Da gab es keinen Platz für Musik.“ Sie hörte die Charts wie die anderen Mädchen auch und wollte nur wissen, wer die Nummer 1 ist. Ihre Eltern waren Ende der 60er Jahre aus der Karibik nach London gekommen – „wie viele andere damals auch“. Sie sieht sich als Normalfall.

Saxofonist Courtney Pine dagegen hat sich die neue schwarze Stimme 2005 für die BBC-Sendung Jazz Britannia Season im Nobel-Kulturzentrum Barbican ausgeguckt. Damit war die Newcomerin live im TV. Im selben Jahr erschien ihre zweite CD, die von der Fachpresse allseits gelobt wurde. Da hatte sie bereits im Vorprogramm von Ron Carter und Carmen Lundy gesungen. Ihre Debütscheibe Aphrodite’s Child lag gerade zwei Jahre zurück. Doch das spiegelt nicht die Geduld, mit der sie von Anfang an auf eigene Ideen beharrte.

„Ich merkte schnell, dass ich zwar ausdrucksstark sein kann, wenn ich fremde Lieder singe. Und, ja - ich mag die großen Standards, ich singe sie sehr gern. Und trotzdem ist es ein Riesenunterschied, wenn ich eigene Geschichten erzählen kann. Das Publikum spürt die Verbindung sofort.“ Sie kommt auf den Flow zurück, den speziellen Erzählstrom, den sie im Jazz entdeckt hat und den sie vor allem dann ausmacht, wenn sie eigene Lieder singt. Ihre Texte verraten ihren Wunsch nach Ordnung einer Parallelwelt. Sie tasten nach Mythen und Fabelwesen, doch berichten oft von den unvermeidlichen Kratzern und Narben im Umgang mit der Liebe. Das Gefühl ist groß geschrieben dabei, doch der Soul bleibt verdeckt: Die Balladen deuten an, doch stellen nichts aus. Manche Erwartungen gehen erst mal baden dabei: Kein Groove im Vordergrund, und auch der Blues steht scheinbar völlig außen vor. „Ich wollte eine ruhige, entspannte, durchgängige Balladenplatte, keine gemischte Platte“, erklärt Juliet.

Sie wirkt nach wi vor gelassen und nur wenig überrascht angesichts von so viel kritischer Offenheit. Auch das – zunächst enttäuschte – Klischee vom schwarzen, knackigen Groove stört sie scheinbar nicht. „Meine Live-Konzerte sind natürlich temperamentvoller“, sag sie, wirkt noch immer auffallend unkompliziert und damit rätselhaft. Wer kann sich das leisten, wer hält das aus? Vielleicht ja eine Person, die so herzerfrischend anwesend wirkt, dass ihre innere Reserviertheit erst gar nicht auffällt.

Solch zarte, unaufdringliche Doppelbödigkeit macht auch ihre Songs komplett: Was tröstlich einfach daherkommt, ist in Wahrheit unendlich kompliziert. Nichts ist so leicht, wie es klingt. Man darf sich verführen lassen zum Hineinlehnen – wundern sollte man sich nicht, wenn es schnell ernster wird als erwartet. Diese leichtgängige Stimme reicht in tiefere Schichten als vermutet. Mit dem hitverdächtigen Anreißer „Secret“ eröffnet die Platte Delicious Chemistry. Der Gastsaxofonist heißt Courtney Pine. Sämtliche Tracks wurden geschrieben, arrangiert und produziert von Juliet Kelly. Auf der Bassgitarre? „Nein“, lacht Juliet. „Ich kann noch immer nicht Bass spielen. Aber dafür spiele ich mittlerweile akustische Gitarre – nicht auf der Bühne, nur für mich. Meine Lieder schreibe ich trotzdem meistens von der Basslinie her. Zuerst kommt die Basslinie, daraus wachsen die Melodien und der Text dazu.“

Ihre Beharrlichkeit hat sich gelohnt. Sie gilt als zukunftsträchtiges Talent mit Starappeal. Wie würde sie sich entscheiden, wenn ihr ein Major-Plattenvertrag winken würde – unter der Bedingung, auf sämtliche Kompliziertheiten zu verzichten? „Ich würde natürlich unterschreiben. Bei der ersten Platte würde ich das auch alles ganz brav mitmachen. Unter der Bedingung, dass die zweite Platte meine eigene wäre – so, wie ich will.“ Glänzende Aussichten eigentlich, um sich im Spannungsfeld zwischen Jazz und Pop längerfristig zu behaupten. In Deutschland kann man die schöne Londonerin zum ersten Mal beim zweiten Nürnberger „Stimmenfang“ erleben. So heißt das von Vocal Jazz geprägte Festival, das Sängerinnen mit Bandleaderqualitäten in den Mittelpunkt rückt. Länderschwerpunkt ist dabei England., nachdem bei der Erstauflage skandinavische Klänge gefragt waren, beispielsweise mit Solveig Slettahjell, die kurz drauf von der Trendschmiede ACT verpflichtet war. Das aktuelle Festivalthema lautet „Romance and Soul“ – da passt die Deutschlandpremiere von Juliet Kelly am 5. Oktober in Nürnberg beim Stimmenfang-Festival gut ins Bild.

Aktuelle CD:
Juliet Kelly: Delicious Chemistry (Chantiko)

 

Plärrer (Nürnberg, Fürth, Erlangen) Ausgabe 9, September 2007

Titelblatt:
Maria João beim Jazz-Festival STIMMENFANG 27.09. bis 7.10.2007-09-10.2007 www.stimmenfang.de

Rubrik „interview“, S. 6 und 7:

Die jungen Frauen des neuen Jazz!
Das Nürnberger Festival „Stimmenfang – Ladies in Jazz“

Ein Gespräch mit Reinhold Horn, dem Programmleiter des Jazzfestivals

plärrer: Jazz is not dead und „riecht auch nicht mehr seltsam“, um Frank Zappa zu paraphrasieren. Was hat sich auf diesem Gebiet in den letzten Jahren geändert?

Horn: Es gibt einen deutlichen Imagewandel im Jazz, und selbst in Nürnberg ist das ganz klar zu bemerken: Es kommt ein ganz neues, junges Publikum. Das deutete sich schon beim ersten „Stimmenfang“-Festival vor zwei Jahren an und setzte sich in Konzerten im Jazzstudio fort. Jazz scheint wieder auf Interesse zu stoßen und wird nicht länger als „Kopfmusik“ missachtet.
plärrer: Der Festival-Titel „Stimmenfang“ war und ist gewöhnungsbedürftig, signalisiert aber dieses Jahr noch mehr den zentralen, thematischen Faden: singende Jazz-Frauen. Haben Sie überhaupt Jazzsängerinnen in Deutschland gefunden?

Horn: Da hat sich in ganz wenigen Jahren die Situation dramatisch verändert. Selbst in Nürnberg finden wir mehrere Sängerinnen, die man kaum noch als „Nachwuchs“ bezeichnen möchte, so eigenständig, selbstbewusst und auch gut sind sie. In Nürnberg ist das ganz wesentlich der Musikhochschule und der dortigen Jazz-Gesangsdozentin Jule Unterspanner und ihrem positiven Einfluss zu verdanken. Sie wird übrigens bei „Stimmenfang“ ein Symposium veranstalten, zusätzlich wird es einen „Masterclass“-Workshop für junge Sängerinnen mit der großen Norma Winstone geben.

plärrer: Wie lassen sich dieser Umschwung und diese hörbare Neuorientierung erklären?

Horn: Der europäische Jazz hat sich immer sehr am amerikanischen Jazz orientiert. Jetzt hat man endlich begriffen, dass eine ganz eigene „europäische“ Basis auch im Jazz möglich und sogar notwendig ist. Beste Beispiele dafür: Yara Linss, Christina Jung („Jungblut“) und Sabine Müller („Seide“) – alle drei aus Nürnberg! Sie haben voneinander völlig verschiedene musikalische Konzepte, aber jeweils eine ganz eigene, konsequente und stilbewusste Richtung. Deswegen sind sie auch auf dem Festival, und nicht etwa wegen einer „Regionalquote“. Wir trauen uns auch, etwa Yara Linss vor Maria Joao und Christina Jung nach Jacqui Dankworth auftreten zu lassen. Also keine Lückenfüller, und ich glaube, man wird es auch hören!

plärrer: Nach welchen Kriterien haben Sie die Konzerte arrangiert?

Horn: Wir haben geschaut, dass die Sängerinnen zumindest einen ähnlichen musikalisch-stilistischen Ansatz haben und sie zu Doppelkonzerten zusammengefasst. Das gilt als Beispiel für Andrea Meyer, die sehr überzeugend Ella Fitzgeralds Songbook neu interpretiert, gefolgt von der neuen Pariser „Jazz-Queen“ Elisabeth Kontomanou, die sich zwischen Jazz- und Soulballaden bewegt.

plärrer: Einer der Festivalstars ist gewiss die Britin Norma Winstone, alles andere als ein Newcomer...

Sie ist in der Tat eine Klasse für sich! Man kann sie auch als die Begründerin des European Jazz in Sachen Gesang sehen, und sie wird das mit ihrem „Chamber Music“-Programm hier auch untermauern: facettenreichster Kammerjazz nämlich, im ständigen feindynamischen musikalischen Dialog mit dem deutschen Saxophonisten Klaus Gesing und dem italienischen Pianisten Glauco Venier. Norma Winstone hat sich immerhin vor vielen Jahren schon als eine der ersten von amerikanischen Vorbildern gelöst, experimentierte auf avantgardistischen Feldern und präsentiert jetzt hoch verdichtete, raffiniert einfache und sehr lyrische Miniaturen.
plärrer: Auf dem Programm stehen viele wenig bekannte KünstlerInnen: Wer verbirgt sich zum Beispiel hinter dem wohlklingenden Namen „Belaiza“?

Horn: Dahinter steckt eine junge deutsche Sängerin namens Isabel Meisel aus Stuttgart, die soeben mit ihrer Band durchstartet und deutsche (!) wie englische Jazz-Songs – allesamt selbst komponiert – nahtlos und souverän miteinander verknüpft. Oder nehmen wir „Glücklich1“, die Gruppe um die Sängerin, Komponistin und Elektronikerin Winnie Brückner, deren jüngste CD „K.ill your d.arling“ übrigens vom „Roter Bereich“-Gitarristen Frank Möbus mit produziert wurde. Da ist ein ganz eigener musikalischer Kosmos zwischen Jazz-Pop und Avantgarde-Rock entstanden.

plärrer: Und Frank Möbus tritt ja sogar live auf bei „Stimmenfang“ mit dem kulturenübergreifenden, von ihm produzierten Projekt „Cyminology“ um die aus dem Iran stammende Sängerin Cyimin Samawatie...

Horn: Ein weiteres schönes Beispiel für inspirierte Kooperation verschiedenster musikalischer Welten, die sich auf hohem Niveau zu einem faszinierenden „Sound“ verknüpft haben, der der im Resultat ganz klar dynamischster Jazz ist – im Verbund mit sehr lyrischen, ausdrucksvollen Texten und Balladen. Fast das Idealbeispiel für die ungeschriebene „Philosophie“ von „Stimmenfang“!

„Stimmenfang – Ladies in Jazz“, 27.9. bis 7.10.2007, Veranstaltungsorte in Nürnberg: Dreieinigkeitskirche, Jazzstudio, Heilig-Geist-Saal, Datev, Tafelhalle, Loft, Waldschänke, Karstadt-Kultur-Café, Maximilians. Alle Infos unter:
www.stimmenfang.de, Tel.: 09311-300 50 42

Fotos von: Maria João, Yara Linss, Elisabeth Kontomanou, Norma Winstone

 

Nürnberger Nachrichten, 29. August 2007

Autor: Stefan Gnad

Reiselust quer durch Genre-Schubladen
Ein Sommerausflug: „Triband“ aus Karlsruhe gelingt ein eleganter Mix aus Jazz und Pop

Ist das noch Jazz oder schon Pop? Eine Frage, die sich gerne stellt, seit das Nürnberger Jazzstudio vor einiger Zeit eine gründliche Neuausrichtung vorgenommen hat. Triband ist eine weitere Band, die prima ins merklich verjüngte Programm des kultigen Kellers am Paniersplatz.
Auf ihrer neuen CD „Trip“ schlägt die Formation aus Karlsruhe einen derart geschmeidigen Haken von Pop zu Jazz, dass man vom ersten Ton begeistert ist – vorausgesetzt man kickt sämtliche Erwartungshaltungen über Bord und lässt sich ohne Vorbehalte auf diese einfach gnadenlos gute Kreuzüber-Querbeet-Mischung etc.
Bei der trifft treibender TripHop wie frisch aus der Feder von Portishead auf eine Kindlichkeit, mit der Kate Bush oder Gwen Stefanie in ihren Stimmen so gerne spielen. Die Band selbst nennt ihren vielschichtigen Sound Indie-Jazz und liegt damit wahrscheinlich ganz gut. Doch genug mit diesen Versuchen, eine Schublade für dieses bemerkenswerte Quartett aus deutschen Landen zu finden – was kümmert das Genre, wenn man ein derart ausgefeiltes Produkt wie die zweite CD von Triband in der Hand hält?
Auf der Rückseite des neuen Silberlings „Trip“ sitzen die Musiker titelgerecht auf gepackten Koffern vor einem schnuckeligen Reisebus aus den 50ern. Würde man gefragt - man würde sofort einsteigen und mitfahren! Über die Dörfer gondeln, Stilrichtungen Stilrichtungen sein lassen und sich einen Teufel um Szenen, Genres und Musikschubladen scheren.
Die heftig- duftige Lockerheit eines unbeschwerten Sommerausflugs transportieren Sandie Wollasch (Gesang), Sebastian Studnitzky (Trompete, Keyboards), Tommy Baldu (Schlagzeug) und der neu zur Band gestoßene Bassist Michael Paucker mit großstädtischer Eleganz und einer nachtschattenschönen Perfektion. Das Ergebnis kommt noch einen Zacken schicker und gelöster daher als das Debüt „No Sleep“ aus dem Jahr 2005, perlt gleichermaßen kühl wie charismatisch aus den Boxen. Über zehn Songs wird dieser federleichte, handgestrickte Lounge-Pop niemals aufdringlich oder gar belanglos, hat im Gegenteil internationale Klasse.
Zu einem „Trip“ in ihre Crossover-Welt lädt das Quartett auf einer laufenden Deutschland-Tournee zwischen Stuttgart und Hamburg, Worms und Jockgrim auch beim Nürnberger „Stimmenfang-Festival ein – ein vielversprechender und sehr wahrscheinlich gewinnbringender Abend, soviel darf man schon jetzt vermuten. Termin in Nürnberg ist der 28. September um 22.30 Uhr im Jazzstudio, Paniersplatz 27/29. Ein dicker Tipp!

 

Nürnberger Nachrichten, Montag, 27. August 2007. Seite 3.

Hymne aufs Edelweiß
Maria João und Saxofour gastieren in Nürnberg

Sie ist ein veritables Energiebündel und besticht durch virtuose Vokalakrobatik und facettenreichen Gesang. Am 6. Oktober gastiert die portugiesische Sängerin Maria João mit dem österreichischen Saxofonquartett „Saxofour“ beim Nürnberger Festival Stimmenfang in der Tafelhalle.

Wie kommt eine, die mit der japanischen Pianistin Aki Takase und dem portugiesischen Tastenmeister Mario Laginha zusammengearbeitet hat, auf die Idee, sich auf vier Saxofonisten einzulassen, die unter anderem bereits drei Alben mit weihnachtlichen Klängen bespielt haben? Ganz einfach: Maria João muss wohl erkannt haben, dass die Jungs aus Österreich einiges mit ihr gemeinsam haben – nämlich Spontaneität, Intensität, Spiellaune und die Offenheit, sich ohne Scheuklappen auf die verschiedensten Stile einzulassen. Die quirlige Sängerin selbst steuert dazu noch Elemente der brasilianischen und afrikanischen Musik bei. Bindemittel für all diese Zutaten ist der Jazz. Auf der gemeinsamen Platte „Cinco“ (Fünf) aus dem Jahr 2005 scattet Maria João, was das Zeug hält, zerhäckselt Silbe um Silbe. Die Stimme wird zum Instrument, klingt mal ungebändigt animalisch, mal samtig weich und lässt sich in ungeahnte Höhen schrauben. Joãos vier Mitstreiter stellen sich bereitwillig in den Dienst der abenteuerlichen gemeinsamen Sache.

Sowohl auf der österreichischen als auch auf der portugiesischen Seite blitzt dabei eine kühne Improvisationslust durch, an die sich ungeübte Ohren vielleicht erst gewöhnen müssen – eine Übung die sich unbedingt lohnt. Schon allein deshalb, weil man am Ende der Platte auf eine extraschräge, ironiegeladene Hymne auf das Edelweiß stößt.

In solch kulturellen Brückenschlägen ist Maria João geübt. Sie arbeitete mit indischen Musikern genauso zusammen wie mit brasilianischen Kollegen. Mit Mario Langinha spielte sie das Album „Undercover“ ein, eine Sammlung von Pop- und Rock-Adaptionen, mit dem sie einmal mehr unterstreicht, dass ihr Jazz-Verständnis nicht an den Genre-Grenzen halt macht (Infos unter www.stimmenfang.de).
- Bin

 

Abendzeitung Nürnberg, 18./19. August 2007

Andreas Radlmaier schrieb in der Kultur Kladde:
"Die Queen als Referenz - Selbst die britische Königin taucht inzwischen als Referenz fürs Nürnberger Stimmenfang Festival Ende September auf: Queen Elisabeth haftete der Sängerin Norma Winstone den Orden "Member of the Order of the Empire" an. Sebastian Studnitzkys "Triband", der Österreicher Wolfgang Puschnig und der Würzburger Pianist Michael Wollny unterstreichen -allesamt frisch dekoriert - den "guten Riecher" des Festivals, das auf der Erbmasse des abgewickelten "Jazz Ost-West" expandiert. Mit "Super Resonanz", wie man fünf Wochen vor dem Start erleichtert registriert.

Nürnberger Nachrichten, 18. August 2007

Per Zufallsbekanntschaft zum Jazz-Gesang Erster Deutschlandauftritt: Juliet Kelly gastiert beim Nürnberger Festival «Stimmenfang»

http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=686108&kat=48

Nürnberger Nachrichten, 25. Juli.2007

Jazz-Wunderknabe: Der Pianist Michael Wollny erhält den NN-Jazzpreis
http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=674863&kat=48

Enthält Infos zu:
NN-Preisträgerkonzert 2007: Michael Wollny mit seinem Trio [em]

Nürnberger Zeitung, 23. Juli 2007

Bei der ersten Vorstellung des diesjährigen Tafelhallen-Programms im Herbst ist auch das Stimmenfang-Festival mit erwähnt:

"Im Rahmen des Stimmenfang-Jazzfestivals hat sich am 6. Oktober die eher für romantische lateinamerikanische Klänge bekannte Maria Joao mit dem österreichischen Saxophonquartett Saxofour auf ein avantgardistisches Projekt eingelassen": http://www.nz-online.de/artikel.asp?art=673788&kat=49

Nürnberger Nachrichten, 31. Mai 2007

Autor: Stefan Gnad

Jazz in Frauenhand
Das Nürnberger „Stimmenfang“-Festival im Herbst

„Das Motto ,Ladies in Jazz` ist eine Einladung, keine Ausgrenzung“, versichert
Peter Noventa vom federführenden Gostenhofer Jazztage e.V. gleich mehrfach.
Und ehe man sich versieht, gerät die frühe Pressekonferenz in der Waldschänke Tiergarten zu einer munteren Diskussionsrunde über internationale Festivalpolitik und regionale Subventionskultur. Und über das Spannungsfeld eines Nischenfestivals mit scharfem Profil, das einerseits bewusst inhaltliche Risiken eingehen möchte, zum anderen aber trotzdem auf volle Säle für seine internationalen Gäste hofft.

Schwerpunkt England

Nicht immer war sich die Jazz-Szene der Stadt so grün wie derzeit. Richtungsstreitereien, Generationen-Zwist und unterschiedliche Auffassungen, darüber, was Jazz beziehungsweise die wahre Schule des Jazz ist, prägten gerade die jüngste Vergangenheit. Doch für den gemeinsamen „Stimmenfang“ ziehen jetzt wieder alle an einen Strang. Mit Erfolg: Das bisherige Festivalprogramm, das vom 27. September bis 7. Oktober über die Bühne gehen wird, kann sich sehen lassen. Ein leichter England-Schwerpunkt durchzieht den elftägigen Musikreigen, der starken Frauen im Genre gewidmet ist, 2007 zum zweiten Mal stattfindet und künftig im zweijährigen Rhythmus fortgeführt werden soll.

Mit dabei sind diesmal Szene-Größen wie die britische Pop-Jazz-Sängerin Jacqui Dankworth (Eröffnungskonzert am 27. September um 20 Uhr in der Dreieinigkeitskirche), die Französin Elisabeth Kontomanou, die auf den Spuren von Jazzvokal-Ikone Dee Dee Bridgewater wandelt (5. Oktober, KarstadtKulturCafé) und Juliet Kelly, eine weitere Hoffnungsträgerin des europäischen Jazzgesangs aus London (..) – nebst heimischen Pflänzchen wie Sabine Müller und ihrer Band Seide und der Formation Jungblut um die Sängerin und Namensgeberin Christina Jung. Außerdem Teil des üppigen Festivalreigens: Der wiederbelebte, mit 5000 Euro dotierte Jazzpreis der Nürnberger Nachrichten sowie ein eigenes Symposium, das die Musikhochschule anbietet.

Ein kleines Problem ist es nach wie vor, die junge Generation für den Jazz zu begeistern – obwohl die einschlägigen Konzertreihen im altehrwürdigen Jazzstudio am Paniersplatz laut Programmchef Reinhold Horn so erfolgreich wie nie laufen. Für „Stimmenfang“ ist man deshalb gerade dabei, zusätzliche DJ-Abende klar zu machen. Auch hier gilt das selbstbewusste inhaltliche Motto, das sich die Macher groß auf ihre Fahnen geschrieben haben: „Wir wollen als Veranstalter Risiken eingehen.“